Das neue all-inclusive Werkstattkonzept Autovivo

Das neue all-inclusive Werkstattkonzept Autovivo

An den autotechnik days 2026 hat die hostettler autotechnik ag das neue all-inclusive Werkstattkonzept lanciert. Autovivo ist nebst Autofit das Voll-Service-Angebot, das Garagenbetriebe in allen Bereichen unterstützt – von Technik und Betriebswirtschaft über Marketing bis zur Teilelogistik. Es ergänzt bestehende Konzepte und reagiert auf das wachsende Bedürfnis von Garagisten nach praxisnaher Unterstützung und flexibler Positionierung.

In Ergänzung zu den bestehenden Werkstattkonzepten hat die hostettler autotechnik ag ein neues Angebot entwickelt. Es positioniert sich als gleichwertiges Pendant zu Autofit und reagiert auf das wachsende Bedürfnis von Garagenbetrieben nach umfassender technischer und betriebswirtschaftlicher Unterstützung.

Zukunft des Garagengewerbes

Viele Garagisten machen sich Gedanken über die Zukunft ihres Betriebes. Veränderungen in der Markenlandschaft, steigende Anforderungen und ein begrenztes Modellangebot erhöhen den Druck. Ein Werkstattkonzept kann als Ergänzung zur Marke dabei unterstützen, die Werkstattauslastung mit Fremdmarken sicherzustellen. Kommt es zur Ablösung von einer Marke, schafft ein Werkstattkonzept Vertrauen bei den Bestandskunden und hilft, sich bei Neukunden als Multimarkenbetrieb zu positionieren.

Grosse Nachfrage nach Voll-Service-Konzepten

Die hostettler autotechnik ag verfügt mit Autofit über knapp 30 Jahre Erfahrung im Bereich der Werkstattkonzepte. Die aktuell rund 350 Partner decken bereits einen Grossteil des Marktes ab. Gleichzeitig zeigt sich eine wachsende Nachfrage nach einem Voll-Service-Konzept. Daraus entstand das Bedürfnis nach einer gleichwertigen Alternative zu Autofit.

Markenentwicklung und Positionierung

Die Entwicklung des neuen Angebots erfolgte in Zusammenarbeit mit der Branding-Agentur Neoviso und unter Einbezug potenzieller Endkunden. Befragt wurden Fokusgruppen zu Erwartungen an Garagen, bevorzugten Leistungen und visuellen Auftritten. Die Ergebnisse flossen in das Design, die Positionierung und die Kommunikationsstrategie ein, um die Bedürfnisse nach Kompetenz, Transparenz und Lokalität optimal abzudecken.

Lokal und digital

Während Autofit mit nationaler Abdeckung und fast drei Jahrzehnten Marktpräsenz für ein starkes, etabliertes Netzwerk steht, legt das neue Konzept den Fokus auf die Stärkung des eigenen Namens der Partner. Marketingaktivitäten werden lokal gebündelt und stets mit dem Garagennamen als Absender ergänzt. Im Vordergrund steht digitales Marketing; in Absprache mit dem Partner können bei Bedarf auch weitere Kommunikationskanäle genutzt werden.

Technische und betriebswirtschaftliche Unterstützung

Partner profitieren von praxisnahen Schulungen, technischer Unterstützung wie der Remote-Diagnose h-RDx und betriebswirtschaftlicher Beratung. Für individuelle Bedürfnisse steht eine breite Auswahl an Coaches und Beratern zur Verfügung – von Rechtsberatung über Kommunikation bis hin zu Personal- und Organisationsentwicklung. Zahlreiche Partnerschaften in den Bereichen Garantie, Finanzen und Fahrzeughandel runden das Angebot ab.

Das Werbevideo für Garage Brun AG – der erste Autovivo-Partner

Zusammenarbeit schafft Lösungen

Zusammenarbeit schafft Lösungen

Gemeinsam mit Febi hat hostettler autotechnik ag einen Reparatursatz für den Hinterachsantrieb von VAG-Fahrzeugen mit Haldex- und Differential-Kupplungen der fünften Generation lanciert. Die folgende Geschichte zeigt, wie es dazu kam – und wie Garagisten sowie deren Kundschaft von dieser Neuentwicklung profitieren können.

Im August 2024 bringt Natalie Schafroth – ehemalige Marketingleiterin bei hostettler autotechnik ag und Redaktorin dieses Magazins – ihren Skoda Octavia RS zur Servicekontrolle in ihre Stammgarage. Bei der Fahrzeugübergabe weist sie den Kundendienstberater auf ein seltsames Geräusch hin: eine Art Brummen, das vor allem beim Ausrollen deutlich hörbar ist.

Diagnose mit Nebenwirkungen

Einige Stunden später folgt der Rückruf: Der Service sei soweit in Ordnung – doch das Geräusch entpuppt sich als Lagerschaden an der Hinterachse. Der Austausch einzelner Lager sei laut Hersteller nicht möglich, nur ein Komplettwechsel der Einheit vorgesehen – zu einem Preis, der locker zwei Wochen Malediven finanzieren würde. Die Werksgarantie ist abgelaufen, Kulanz wird abgelehnt. Der Schaden gelte als Ausnahmefall. Natalie beendet das Gespräch mit dem Hinweis, sich nochmals zu melden – und beginnt zu recherchieren.

Das kann doch nicht sein

Mit zunehmender Skepsis begibt sich Natalie in Onlineforen. Schnell wird klar: Der sogenannte Einzelfall ist alles andere als selten. Ein unabhängiger Spezialist für Getriebereparaturen erstellt eine Offerte – halb so teuer wie die des Herstellers, aber immer noch ein erheblicher Betrag.

Die Krux mit «Lifetime»

Natalie kontaktiert ihre ehemaligen Kollegen bei hostettler autotechnik ag mit der Frage, ob Ersatzteile verfügbar sind. Fehlanzeige. Doch der Fall weckt das Interesse von René Köchli, Leiter Category Management. Im TechCenter in Buttisholz nehmen sie das Differential gemeinsam mit Philipp Näf unter die Lupe. Ergebnis: Das Differential läuft mit zu wenig Öl. Ein Ölverlust ist ausgeschlossen. Der Hersteller sieht sich nicht in der Pflicht. Und die Suche nach einer Lösung geht weiter.

Demontiertes Differential
Abgelassenes Öl mit deutlich
zu niedrigem Füllstand

Ein Lichtblick

Ein Freund bringt Natalie mit André Dos Santos in Kontakt. Er ist Inhaber der Garage Dos Santos Cars in Menziken und hat den Ruf, selbst knifflige Probleme zu lösen. Zwei Wochen später steht Natalies Skoda in seiner Werkstatt. Die Reparatur gelingt. André erklärt: «Ersatzteile wie Lager, O-Ringe etc. sind verfügbar – man muss nur wissen, welche genau, und wo man sie bekommt. Für mich gehört es zum Handwerk, die beste Lösung für meine Kundinnen und Kunden zu finden. Dass dies in diesem Fall sogar zur Entwicklung eines Reparatursatzes beigetragen hat, freut mich besonders. So kann ich solche Reparaturen künftig noch einfacher und effizienter durchführen.»

André Dos Santos beim Abhören der beschriebenen Geräusche.

Initiative zahlt sich aus

Diese Erfahrung zeigt: Wer sucht, findet oft bessere Lösungen. Natalie war von Anfang an überzeugt, dass es eine Alternative geben muss – und behielt recht. Vielen fehlt jedoch das nötige Fachwissen oder Netzwerk. Im schlimmsten Fall entstehen so hohe Kosten oder wirtschaftliche Totalschäden. Umso erfreulicher ist es, dass aus diesem konkreten Fall eine neue Produktlösung entstand – mit direktem Nutzen für Garagisten und deren Kundschaft. «Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten – für ihre Offenheit, ihren Einsatz und den gemeinsamen Willen, Dinge anders zu machen», fasst Natalie Schafroth die Erfahrung zusammen.

Wir machen den Unterschied

«Der Austausch mit unseren Kunden hat für uns einen sehr hohen Stellenwert. Nicht nur der Aussendienst ist im direkten Kontakt mit der Kundschaft – auch wir in der Zentrale in Buttisholz suchen aktiv das Gespräch und hören genau hin.

Für mich ist das entscheidend, um die richtigen Lösungsansätze zu finden. Nur so können wir uns und unser Sortiment gezielt weiterentwickeln. Im engen Austausch mit unseren Lieferanten passen wir Produkte und Prozesse laufend den Marktbedürfnissen an. Dabei setzen wir auf Kommunikation auf Augenhöhe. Genau deshalb werden wir von unseren Partnern sehr geschätzt: Wir sitzen alle im selben Boot und verstehen uns als Drehscheibe zwischen Markt, Werkstatt und Hersteller. Nur gemeinsam lassen sich echte Innovationen vorantreiben», betont René Köchli, Leiter Category Management.

Im Herbst 2025 folgt bereits das nächste Produkt dieser Art: Urs Wagner von der Dorfgarage Wagner AG in Zell (LU) hat auf eine ähnliche Problematik bei BMW hingewiesen. Details dazu folgen im nächsten Technews, das im Frühjahr 2026 erscheint.

Lösung gesucht und gefunden: André Dos Santos bespricht mit Natalie Schafroth die erfolgreich durchgeführte Reparatur.

Über das Produkt

«Der Febi Reparatursatz ist im freien Ersatzteilmarkt einzigartig und bietet eine kosteneffiziente und vor allem nachhaltige Alternative zur teuren OE-Lösung», erklärt Jannik Hindenburg, Divisional Product Development Manager. Um diese Alternative zu schaffen, hat das Spezialisten-Team Musterprüfungen und Einbauversuche durchgeführt und einen kompletten Reparatursatz mit 16 verschiedenen Teilen entwickelt. Dabei sind alle erforderlichen Komponenten enthalten, um das Lager des Achsantriebs zu ersetzen und ihm ein zweites Leben zu geben. Neben dem Lager enthält der Satz auch die beiden notwendigen Öle für Achs- und Haldex-Antrieb sowie alle Befestigungsmaterialien.

Der Reparatursatz wurde mit einer besonderen Artikelnummer versehen: 1 000 000. Hinter dieser Zahl verbirgt sich eine Erfolgsgeschichte, die zeigt, wofür Febi steht: Kundennähe, Marktorientierung und nachhaltige Reparaturlösungen.

René Köchli (links) mit Urs und René Wagner von der Dorfgarage Wagner AG. Die beiden haben bereits fünf Fahrzeuge mit dem VAG-Reparatursatz repariert und die technischen Inputs für den bald folgenden BMW-Reparatursatz geliefert.

Haben auch Sie Ideen für neue Reparatursätze oder Schwierigkeiten bei der Ersatzteilbeschaffung? Kontaktieren Sie uns – wir prüfen Ihr Anliegen gerne mit unseren Partnern.

Ergänzend zum kompletten Reparatursatz liefert Febi
eine Schritt-für-Schritt-Video-Anleitung.

eGarage 2.0 – jetzt wird es konkret

eGarage 2.0 – jetzt wird es konkret

Vor fünf Jahren hat die hostettler autotechnik ag mit eGarage das erste Werkstattkonzept für Elektromobilität lanciert. Damals war vieles noch Theorie, das Konzept bewusst offen gehalten. Heute ist klar: Elektroautos sind keineswegs wartungsfrei und bieten zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten.

Das Angebot von eGarage hat sich in den letzten fünf Jahren stark weiterentwickelt und ist im Markt fest etabliert. Mit der Version 2.0 setzt die hostettler autotechnik ag gezielt auf den nächsten Entwicklungsschritt.

Elektromobilität im Aufbruch

Zur Lancierung von eGarage kam das Tesla Model 3 auf den Markt und erreichte sofort Spitzenwerte bei den Zulassungen. Viele Hersteller kündigten den Ausstieg aus der Verbrennungstechnologie an. Man ging davon aus, dass Elektrofahrzeuge kaum Wartung benötigen. Welche neuen Arbeiten in den Werkstätten konkret entstehen würden, war unklar.

Oft wird eGarage mit den Werkstattkonzepten Autofit oder Autopro kombiniert.

Erstes Werkstattkonzept seiner Art

Vor diesem Hintergrund entwickelte die hostettler autotechnik ag eGarage als bewusst unvollständiges Konzept. Ziel war es, möglichst früh praktische Erfahrungen zu sammeln, um herauszufinden, wie Werkstätten mit E-Mobilität Geld verdienen können. Bereits im ersten Jahr schlossen sich über 80 Garagen an.

Stetige Weiterentwicklung

Anfangs stand der Aufbau von Grundlagenwissen im Vordergrund. Viele neue Partner hatten noch nie ein Elektroauto gefahren oder besessen. Neben Technikschulungen wurden Themen wie Laden und Verkaufsberatung behandelt. Weitere Projekte folgten:
• Einführung des von der BKW entwickelten Konfigurators für Heimladestationen
• Markteinführung des Aviloo-Batterietests in der Schweiz
• Übernahme des Aftersales für den neuen Fahrzeughersteller JAC

Das erarbeitete Wissen wurde auf dem ersten eGarage-Forum geteilt, das Netzwerk wuchs auf über 150 Partner.

Eine starke Entwicklung: vom Grundlagenwissen zum eigenen Ausbildungsprogramm.

Positives Fazit nach fünf Jahren

Heute blickt die hostettler autotechnik ag mit eGarage auf fünf Jahre Praxis, Erprobung und kontinuierliches Lernen zurück. Inzwischen ist klar: E-Autos verursachen zwar rund 20 bis 30 Prozent weniger Wartungskosten, sind aber keineswegs wartungsfrei. Thermomanagement ist entscheidend für die Funktion der Fahrzeuge. Der Aftermarket hat Reparaturlösungen für viele Komponenten entwickelt. Der Umgang mit Batterien ist ebenfalls kein Mysterium mehr. Batterien sind langlebiger als erwartet – und der Batterietest gewinnt an Bedeutung.

eGarage 2.0 – was sich ändert

Auf Basis dieser Erfahrungen wurde das Konzept weiterentwickelt. Neu gibt es zwei Lehrgänge, mit denen die hostettler autotechnik ag das Fachwissen ihrer Partner gezielt ausbaut und langfristig sichert:
eGarage-Techniker: Sorgt für sicheren Service und Unterhalt elektrifizierter Fahrzeuge. Schulung in Arbeitssicherheit, Wartung, Klimaanlagen und Wärmepumpen. Jede Partnerwerkstatt beschäftigt künftig mindestens einen Techniker.
eGarage-Experte: Baut auf dem Techniker-Lehrgang auf, verfügt über vertieftes Wissen zu Hochvolt-Komponenten und ist in der Lage, diese zu prüfen, Fehler zu diagnostizieren sowie bei Bedarf zu reparieren oder zu ersetzen.

Der Lehrgang zum eGarage-Experten vermittelt fundiertes Wissen über Hochvolt-Komponenten.

Stetiges Lernen als Vorteil

Mit eGarage 2.0 nutzen die Partner den Wissens- und Erfahrungsvorsprung gezielt. Gleichzeitig entsteht die Basis für den weiteren Kompetenzaufbau. Wie eGarage 3.0 in fünf Jahren aussehen wird, ist offen – sicher ist nur: Bis dahin wird sich das Wissen nochmals erweitern.

Neuer Service: Reparatur von Werkstattgeräten

Neuer Service: Reparatur von Werkstattgeräten

Das TechCenter der hostettler autotechnik ag ist die zentrale Anlauf und Beratungsstelle rund um Technik und Diagnose. Seit diesem Jahr kümmert sich das Team neu auch eigenhändig um die Wartung und Reparatur von Werkstattgeräten. Kundinnen und Kunden profitieren dadurch von einem schnellen, flexiblen und nachhaltigen Service.

Im zweiten Stock des TechCenters hat das Team um Philipp Näf eine eigene Werkstatt für Gerätereparaturen eingerichtet. Unter der Leitung von Theo Stutz werden hier Klima-, Getriebespül-, Bremsflüssigkeits- und Scheinwerfereinstellgeräte repariert und gewartet. «Mit unserem neuen Service verkürzen wir die Ausfallzeiten in der Werkstatt und überbrücken diese, wenn immer möglich, mit unseren Leihgeräten», erklärt Philipp Näf, Leiter des TechCenters in Buttisholz.

Ein Service, der gefragt ist: Die neu eingerichtete Reparatur-Werkstatt im TechCenter Buttisholz.

Nachhaltig und kundenorientiert

Das TechCenter übernimmt Gerätereparaturen sämtlicher durch die hostettler autotechnik ag vertriebener Marken. Die Schulungen und der Know-how-Transfer erfolgen durch die jeweiligen Partnerfirmen oder direkt durch die Hersteller. Dank des gebündelten Fachwissens profitieren Kundinnen und Kunden von einem schnellen, kompetenten Service – und von einer zentralen Anlaufstelle für sämtliche Geräte. Lange Wartezeiten durch Transporte zu externen Partnern oder Herstellern im In- und Ausland entfallen. «Mit unserem Ansatz fördern wir den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen – nicht immer ist ein Gerätetausch notwendig», betont Theo Stutz.

Wartezeiten überbrücken

Der Ausfall eines Geräts kann den gesamten Werkstattbetrieb durcheinanderbringen. Auch dafür bietet die hostettler autotechnik ag eine Lösung: Mit Leihgeräten, die in der Regel bereits am nächsten Tag zur Verfügung stehen, lassen sich Engpässe überbrücken. Die Verfügbarkeit eines passenden Leihgeräts wird bei der Anmeldung eines Reparaturfalls durch das TechCenter geprüft.

Kostenvoranschlag bei jeder Reparatur

Jede Reparaturanfrage wird individuell durch Theo Stutz geprüft und offeriert. Nicht in jedem Fall ist eine Reparatur wirtschaftlich sinnvoll. Übersteigen die Kosten jene einer Neuanschaffung, informiert das Team transparent über Alternativen.

«Hass-Liebe» Markenvertretung

«Hass-Liebe» Markenvertretung

Unter diesem leicht provokanten Titel fand am 11. September 2025 eine gemeinsam mit CDG-Beratungen organisierte Informationsveranstaltung statt. Ziel war es, aktuellen Markenvertretern ihre Rechte und Pflichten neutral aufzuzeigen – und zugleich Chancen und Möglichkeiten einer Positionierung als freie Garage darzustellen.

Patrick Krauskopf, ehemaliger Vizedirektor der WEKO und Experte für Wettbewerbsrecht, erläuterte die heutigen rechtlichen und wirtschaftlichen Spielräume von Garagen. Er machte deutlich, wie wichtig es ist, im Falle einer Kündigung durch den Importeur rasch aktiv zu werden und gegebenenfalls zu widersprechen. Wird die Kündigung akzeptiert, sollte man dennoch der Verwendung von Kundendaten mit dem Ziel, diese zu einem anderen Partner zu lenken, entschieden entgegentreten.

Patrick Krauskopf weiss, welche rechtlichen und wirtschaftlichen Spielräume freie Garagisten haben.

Seine Rechte kennen

Auch als markenfreie Garage verfügt man über weitgehende Rechte. So hat jede Garage Anspruch auf alle notwendigen Informationen und Werkzeuge, um Wartungs- oder Reparaturarbeiten nach Herstellervorgabe durchführen zu können. Zudem darf eine Werksgarantie nicht vom Unterhalt in einer Markenvertretung abhängig gemacht werden.

Im Verbund stärker unterwegs

Recht zu haben, bedeutet nicht automatisch, Recht zu bekommen. Hier knüpfte Marcel Stocker, Geschäftsführer der hostettler autotechnik ag, an. Die Akteure des Automotive Aftermarkets spielen eine entscheidende Rolle – und er sieht sich mit seinem Team konkret in der Pflicht. Technische Daten, Weiterbildung, Multimarken-Diagnose und Zugang zur Hersteller-Diagnose, aber auch betriebswirtschaftliche Tools und Coachings werden in verschiedenen Werkstattkonzepten gebündelt. «Im Verbund und mit einem starken Partner kann auch eine freie Werkstatt professionell, effizient und erfolgreich arbeiten», bestätigt Stocker.

Erfahrungen aus der Praxis

In der anschliessenden Podiumsdiskussion schilderten zwei Garagisten ihre persönlichen Erfahrungen. Einer von ihnen: Marcel Gretener, der viele Jahre eine VW-Vertretung in Affoltern (ZH) führte und diese vor einem Jahr gegen das Autofit-Konzept eintauschte. Diesen Schritt hat er bis heute keine Sekunde bereut. «Durch den Wechsel und den breiteren Fokus auf alle Fahrzeugmarken haben wir auch neue Kunden gewonnen», erklärt Gretener im Gespräch.

Auch Daniel Marti aus Littau (LU) zeigt eindrücklich, dass sich eine Markenvertretung und ein parallel geführtes Werkstattkonzept nicht ausschliessen. Im Gegenteil: Beide Ansätze können sich gegenseitig beflügeln. Ende 2025 gibt er die Mazda-Vertretung ab – ein Schritt, der ihm dank der starken Einbindung in das Autofit-Netzwerk leichtfällt. «Wir legen den Fokus jetzt bewusst auf Autofit und sind überzeugt, dass wir ohne Einschränkungen auf bestimmte Marken optimal für die Zukunft aufgestellt sind», betont Marti.

Marcel Gretener ist seit über einem Jahr Autofit- und eGarage-Partner.
Daniel Marti gibt per Ende Jahr die Mazda-Vertretung ab und fokussiert sich danach auf die Partnerschaft mit Autofit.

Befinden Sie sich in einer ähnlichen Situation?

Stehen Sie vor der Entscheidung, eine Markenvertretung abzugeben – oder haben bereits eine Kündigung vom Importeur erhalten? Gemeinsam mit Patrick Krauskopf und seiner Kanzlei wurde ein Merkblatt mit allen relevanten Informationen erarbeitet. Hier geht’s zum kostenlosen Download:

Nexen Tire eröffnet Winterreifentestzentrum in Finnland

Nexen Tire eröffnet Winterreifentestzentrum in Finnland

Mit einem eigenen Winterreifen-Testzentrum in Finnland investiert Nexen Tire gezielt in Forschung und Entwicklung unter extremen Bedingungen. Damit stärkt das Unternehmen seine Position auf dem europäischen Markt. Die neue Infrastruktur ermöglicht umfangreiche Tests – für noch mehr Sicherheit, Qualität und Innovationskraft.

Schnee, Eis und klirrende Kälte. Das Testzentrum befindet sich innerhalb von UTAC (Union Technique de l’Automobile, du motocycle et du Cycle) – Europas führendem Automobilforschungsinstitut und der grössten Testanlage der Region – rund 300 Kilometer südlich des Polarkreises. Es bietet ideale Bedingungen, um die Leistung von Reifen unter extremen Winterbedingungen zu prüfen und die nächste Generation von Winterreifen zu entwickeln. Nexen Tire errichtet die Testeinrichtung, um Leistung und Sicherheit unter härtesten Winterbedingungen zu bewerten und weiter zu verbessern.

Bisher war Nexen Tire auf frei verfügbare Zeitfenster im bestehenden Testbetrieb angewiesen. Mit dem Bau einer eigenen Infrastruktur sichert sich das Unternehmen nun konstanten Zugang und erweitert die Testzeit während der Wintersaison von einem auf bis zu vier Monate.

Forschung unter Extrembedingungen

Winterreifen müssen bei Minusgraden zuverlässig greifen. Gummi wird bei Kälte hart, die Haftung nimmt ab – spezielle Gummimischungen und Profile sind gefragt. Genau hier setzt Nexen Tire an: Das neue Testzentrum in Ivalo bietet ideale Bedingungen für praxisnahe Erprobung, angepasst an die realen Herausforderungen auf europäischen Strassen.

Neben Schneeflächen, Eisparcours und Werkstätten umfasst die Anlage auch Büros für Forschung und Entwicklung – auf einer Fläche von rund 20 Fussballfeldern. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2025 geplant.

Das Zentrum befindet sich auf dem Gelände von UTAC, Europas führendem Anbieter für Automobiltests
und gleichzeitig grösstem Testgelände der Region.

Zertifiziert für höchste Ansprüche

Das Testzentrum wird auch Prüfungen zur Erlangung des 3PMSF-Siegels (Three-Peak Mountain Snowflake) durchführen, das die standardisierte Zertifizierung für Winterreifen in Europa darstellt.
Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit von Nexen Tire in Europa weiter gestärkt.

Ergänzt wird das Winterreifentestnetz durch bestehende Zentren in Südkorea (Taebaek) und Neuseeland (Wanaka), sodass Nexen Tire seine Produkte das ganze Jahr über unter unterschiedlichen Bedingungen testen kann. So entstand etwa der vielfach bewährte Winguard Sport 2, der bereits als Erstausrüstung bei mehreren Premium-Automarken zum Einsatz kommt.

Vernetzt denken, real testen

Mit der Errichtung des Zentrums in Finnland verfolgt Nexen Tire eine klare Strategie: Die Kombination aus virtueller und realer Testumgebung. Bereits 2023 führte das Unternehmen als erstes in der koreanischen Reifenindustrie den «High Dynamic Driving Simulator» ein, der in Echtzeit Materialverhalten analysiert. Die daraus gewonnenen Daten fliessen direkt in die Tests vor Ort ein – für maximale Präzision zwischen Simulation und Realität.

Ein starkes Signal für Europa

«Die Anforderungen an Winterreifen in Europa steigen stetig», erklärt Travis Kang, Global CEO von Nexen Tire und ergänzt: «Das Testzentrum wird nicht nur unsere Entwicklungszeiten verkürzen, sondern auch die Leistungsfähigkeit unserer Winterreifen durch gezielte Forschung weiter verbessern. Dies stärkt unsere Position auf dem europäischen Markt, der etwa vierzig Prozent unseres Gesamtumsatzes ausmacht, und schafft gleichzeitig die Grundlage für zukünftiges Wachstum in globalen Märkten.»

Auch UTAC-CEO Connor McCormack zeigt sich erfreut: «Wir freuen uns sehr, Nexen Tire mit einer eigenen Einrichtung auf unserem finnischen Testgelände willkommen zu heissen. Unsere Partnerschaft besteht schon seit vielen Jahren, und wir sind stolz darauf, Nexen Tire bei der Weiterentwicklung und bei ihrem Beitrag für eine sichere Mobilität der Zukunft zu unterstützen.»

Janne Seurujärvi, Vice President Finnland, UTAC Group (links), und Edwin van der Stad, Europe Original Equipment, Nexen Tire.

Gemeinsam wachsen – wie eine Lieferantenbewertung die Beziehung stärkt

Gemeinsam wachsen – wie eine Lieferantenbewertung die Beziehung stärkt

Die Lieferantenbewertung ist seit vier Jahren ein fester Bestandteil des Lieferantenmanagements der hostettler autotechnik ag. Sie bildet die Grundlage für eine erfolgreiche, effiziente und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Dabei versteht das Unternehmen die Bewertung nicht als reines Kontrollinstrument, sondern als Fundament für zielorientierte Kooperationen und gemeinsames Wachstum.

Die Lieferantenbewertung erfolgt aus der Sicht verschiedener Fachabteilungen – darunter Einkauf, Produktmanagement, Logistik, Marketing sowie After Sales. Beurteilt werden zentrale Kriterien wie Qualität, Verfügbarkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis, Dienstleistungs- und Serviceangebot, Logistikkompetenz sowie Sortimentsgestaltung.

Partnerschaft mit System

Die jährliche Bewertung ist weit mehr als eine Bestandsaufnahme. Sie markiert den Beginn gezielter Entwicklungsprozesse. Auf Basis der Ergebnisse führt hostettler autotechnik ag Gespräche mit den Lieferanten, in denen individuelle Massnahmen definiert und konkrete Verbesserungspotenziale erarbeitet werden. Davon profitieren letztlich auch die Kundinnen und Kunden – direkt und indirekt.

Dynamisch und marktgerecht

Die Automobilbranche entwickelt sich stetig weiter. Um aktuellen Anforderungen gerecht zu werden, überprüft und optimiert hostettler autotechnik ag das Bewertungssystem jährlich. Rückmeldungen der Fachabteilungen und der Lieferanten fliessen systematisch ein und werden dort integriert, wo sie einen Mehrwert schaffen. Auf diese Weise berücksichtigt die Lieferantenbewertung auch neue Marktanforderungen und Branchentrends.

Supplier Award 2024

Auch 2024 wurden 33 Partnerunternehmen anhand definierter Kriterien und Kennzahlen bewertet. Besonders hervorgehoben werden jene Lieferanten, die es auf das Siegertreppchen geschafft haben. Ein grosses Dankeschön für die grossartige und partnerschaftliche Zusammenarbeit geht an:

  1. Platz: Nissens
  2. Platz: Continental
  3. Platz: EM und Gates

«Mit der Lieferantenbewertung fördern wir eine offene und vor allem konstruktive Kommunikation mit unseren Partnern. Denn nur durch ehrlichen Austausch entstehen gemeinsame Erfolge», betont Nikola Stefancic, welcher die Lieferantenbewertung 2021 ins Leben gerufen hat. Thomas Freltoft von Nissens fügt hinzu: «Die Firma hostettler ist für Nissens ein sehr geschätzter Partner und die Lieferantenbewertung ermöglicht uns, die Bedürfnisse der hostettler autotechnik ag präzise zu berücksichtigen, die Kooperation zu optimieren und so zusätzlichen Mehrwert für die Kunden zu schaffen.»

Preisübergabe an die Erstplatzierten: Nissens, Continental, EM und Gates.

Mehrwert für Kundinnen und Kunden

Die Lieferantenbewertung dient nicht nur der Stärkung der Partnerschaft mit den Lieferanten, sondern schafft auch klaren Nutzen für Kundinnen und Kunden. Optimierte Abläufe, ein verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine stärkere Ausrichtung auf die Bedürfnisse des Schweizer Marktes führen zu einem Sortiment, das überzeugt. Ergänzt wird dieses durch professionelle Dienstleistungen und eine konstant hohe Lieferqualität.

Winterfest: Nexen zeigt den Winguard Sport 3 im Einsatz

Winterfest: Nexen zeigt den Winguard Sport 3 im Einsatz

Nexen Tire hat seinen neuesten Winterreifen, den Winguard Sport 3, im Rahmen eines exklusiven Events im Salzburger Lungau präsentiert. Im Fokus stand ein intensives Winterfahrerlebnis, das den Teilnehmenden die Möglichkeit bot, den Reifen unter realen Winterbedingungen zu erproben.

Der Testtag diente als Plattform zur Einführung des neuen Winterreifens Winguard Sport 3, der speziell für winterliche Strassenverhältnisse entwickelt wurde. Die Präsentation fand im Winterfahrpark Lungau auf 1030 m Höhe statt und wurde von professionellen Instruktoren begleitet. Die praktischen Übungen zeigten eindrucksvoll die Sicherheits-, Traktions- und Leistungsmerkmale des Reifens.

Testen unter realen Bedingungen

Mit dabei waren auch Markus Abegglen und Patrik Spirig von der hostettler autotechnik ag, die den Reifen ausgiebig und auf unterschiedlich präparierten Schneefahrbahnen testen konnten. «Mit dem Nexen Winguard Sport 3 hat Nexen nicht zu viel versprochen – der Fortschritt ist tatsächlich spürbar», sind sich Abegglen und Spirig einig.

Neben der grossartigen Organisation des Events lobten die beiden auch den Austausch mit Vertriebspartnern aus der DACH-Region, die ebenso auf leistungsstarke Winterreifen angewiesen sind.

Getestet und für gut befunden: Der Winterreifen Nexen Winguard Sport 3 hält, was er verspricht.

Bereit für die Wintersaison

Der Winguard Sport 3 ist Nexens neueste Winterreifen-Generation für Fahrzeuge der Mittel- bis Oberklasse. Durch ein V-förmiges Profildesign bietet der Reifen eine hohe Aquaplaning-Resistenz sowie gute Traktion auf Schnee. Ein breites Laufflächenprofil sorgt für eine grössere Kontaktfläche und verbessert dadurch sowohl Handling als auch Traktion. Verstärkte Mittelblöcke und 3D-Lamellen erhöhen die Profilsteifigkeit, was sich positiv auf die Bremsleistung und Fahrstabilität auswirkt – insbesondere bei winterlichen Bedingungen.

Der Turbolader ist nicht immer schuld

Der Turbolader ist nicht immer schuld

Turbolader gelten als robuste Bauteile. Sie benötigen ausser regelmässig
frischem Motoröl kaum Wartung. Kommt es dennoch zum Ausfall, steckt die Ursache fast nie beim Lader selbst. Wer die wahren Fehlerquellen
kennt und vorbeugt, spart hohe Reparaturkosten.

Ausser regelmässig frischem Motoröl benötigen Turbolader grundsätzlich keine spezielle Wartung. Fällt ein Turbolader einmal aus, liegt die Fehlerursache oftmals im Umfeld des Aggregates. So sind ein grosser Teil der defekten Turbolader nicht die Ursache, sondern nur die Folge von anderen Problemen und Schäden. Wird die eigentliche Schadensursache beim anschliessenden Austausch des Laders nicht gefunden und behoben, fällt auch der neue Turbolader mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder aus dem selben Grund aus.

Zuerst den Fehlerspeicher auslesen

Der Fehlerspeicher muss grundsätzlich vor jedem Tausch eines Turboladers ausgelesen werden. So können Hinweise auf mögliche Schadensursachen gefunden werden. Der Turbolader verfügt zwar selbst über keine Sensoren oder Geber, jedoch lassen sich über den Ladedrucksensor sowie die Steuerung des Wastegate-Ventils meist schon Rückschlüsse auf die Schadensursache ziehen. Schenken sie Ihre Aufmerksamkeit dabei auch vermeintlich kleinen Fehlern, welche im ersten Moment nicht direkt mit dem Turboladerschaden in Verbindung gebracht werden. Eine zu hohe Kühlwassertemperatur kann beispielsweise durchaus für den Turbolader gefährlich werden. Denn heute verfügen viele Fahrzeuge über Öl-Wasser-Wärmetauscher, die beide Kreisläufe verbinden.  Auch erhöhte Abgastemperaturen oder Gegendrücke sind ein Indiz darauf, dass der Lader nicht mehr richtig funktioniert.

Die häufigste Ausfall-Ursache: Mangelschmierung

Mangelnde Schmierung zählt zu den häufigsten Ursachen für den Ausfall eines Turboladers. Ist die Ölversorgung des Turboladers auch nur für wenige Sekunden unzureichend, ist aufgrund der hohen Drehzahlen ein Ausfall des Turboladers innerhalb kürzester Zeit sehr wahrscheinlich. Innert Sekunden werden bei mangelnder Schmierung werden die Gleitlager. Auch angelaufene und gebrochene Wellenschäfte gehören neben festgefressenen Radial- und Axiallagern zu typischen Schäden durch fehlenden Schmierstoff im Lader. Aufgrund der hohen Drehzahlen von bis zu 300.000 Umdrehungen pro Minute, werden schon bei kleinsten Lagerschäden Verdichter- und Turbinenrad in Mitleidenschaft gezogen – sie schleifen am Gehäuse oder zerbrechen sogar vollständig.

Die Oberfläche der Turbowelle ist schwarz und verkohlt. Die Spuren der Überhitzung sind an der Verfärbung des Stahls der Welle zu erkennen – blau/gelbliche Färbung.

Gründe für mangelnde Schmierung

Es gibt viele Gründe für einen Schmierungsmangel. Neben den offensichtlichen Problemen wie einem deutlich zu geringen Ölstand, können auch minderwertige Ölqualitäten, vernachlässigte Wechselintervalle oder die Auswirkung von Biodiesel auf das Motoröl zu folgeschweren Problemen im Ölhaushalt führen.

Zu wenig Motoröl

Es ist allgemein bekannt, dass zu wenig Motoröl schlecht für die Lebensdauer des Aggregates ist. Gerade auf Motoren mit Turbolader wirkt sich dieses Problem besonders stark aus, da der Turbolader das Öl nicht nur zu Schmierung, sondern auch zur Kühlung benötigt. Deshalb wirkt sich ein Ölstand unter Minimum schnell tödlich für den Lader aus. Das gesamte Motoröl wird dann heisser und kann die Kühlung des Laders nicht mehr sicherstellen. Es kann aber auch zum Abriss der Schmierung kommen oder es treten Öl-Verkokung auf.

Durch Ölverbrennung verunreinigte Abgase führen zu einer Verkokung der variablen Leitschaufeln.

Zu wenig Öldruck

Unzureichender Öldruck ist eine erhebliche Gefahr für den Turbolader. Wenn die Öl-Leuchte rot leuchtet oder blinkt, sollte der Motor sofort abgestellt werden, um teure Schäden zu vermeiden.

Zugesetzter Ölfilter 

Wird der Ölfilter nicht gemäss dem vom Hersteller vorgegebenen Wartungsintervall gewechselt, kann der Ölfluss im Motor behindert werden. Die Filter oder deren Gehäuse verfügen zwar über Bypassventile, doch wenn der Gegendruck im Filter zu gross wird. Stört dies den Ölfluss und Fremdstoffe können ungehindert in den Turbolader eindringen. Deshalb sollte der Ölfilter grundsätzlich im Rahmen des regulären Wartungsintervalls gewechselt werden.

Nicht eingehaltener Öl-Wechselintervall und minderwertige Ölqualität

Gerade bei einem Motor mit Turbolader gilt es den Ölwechselintervall unbedingt einzuhalten. Das Motoröl degeneriert mit der Zeit, und verliert seine Eigenschaften an Viskosität, Temperaturbeständigkeit und Scherstabilität. Gerade bei Dieselmotoren setzt auch der Kraftstoffeintrag die Ölqualität herab. Deshalb gilt es den Ölwechselintervall unbedingt einzuhalten, da der Motor sonst mit minderwertigem Schmierstoff zurechtkommen muss, der den Anforderungen von modernen Ladern nicht mehr gerecht wird. Das selbe gilt für Motoröl, welches nicht die Spezifikationen des Herstellers an die Viskosität erfüllt. Eine zu hohe Viskosität des Öls kann dessen Transport zu den Lagerstellen verzögern, weshalb eine rechtzeitige Ölversorgung des Turboladers nicht mehr gewährleistet ist. Falls das Öl nicht für den Betrieb in turbogeladenen Motoren gemacht ist, besteht die Möglichkeit, dass es nicht ausreichend temperaturbeständig ist. Die Folge sind Ablagerungen und Verkokungen, die zum einen als Fremdkörper die empfindlichen Lager beschädigen können, und zum anderen die Ölzulaufleitungen oder Ölbohrungen im Lader verkoken oder verstopfen können. Die Folge davon ist ein Ölmangel im Lader, welcher zu Schäden an der Lagerung führt.

Bioanteil im Kraftstoff: Verkürzte Öl-Wechselintervalle für Kurzstrecken-Dieselfahrzeuge

In der EU ist ein Anteil von sieben Prozent (erkennbar am B7-Label an der Zapfsäule) vorgeschrieben. Beim Dieselmotor findet wie bei jedem Verbrennungsmotor ein geringer Eintrag von Kraftstoff in das Motoröl statt, gerade wenn der Motor häufig kalt und auf Kurzstrecken betrieben wird. Beim Benziner verdampfen diese Kraftstoffanteile im Motoröl bei der nächsten längeren Autobahnfahrt wieder. Beim Dieselmotor findet dies auf Grund des höheren Siedepunktes von Dieselkraftstoff allerdings nicht statt. Als Folge steigt der Anteil von Kraftstoff im Motorenöl immer weiter an. Dadurch wird nicht nur die Qualität und Viskosität herababgesetzt, sondern auch das sogenannte «versulzen» kann auftreten. Dabei sorgen die biogenen Anteile im Dieselkraftstoff dafür, dass das Motoröl in der Ölwanne polymerisiert, also verklumpt. Dass die Pumpfähigkeit von verklumptem Motorenöl deutlich schlechter ist, versteht sich von selbst. Daher ist es ratsam die Serviceintervalle von Dieselmotoren, die einen hohen Kurzstreckenanteil haben, sogar zu verkürzen.

Weitere Ausfallursachen

Ölaustritt am Turbolader

Einen Ölaustritt am Turbolader gibt es nur dann, wenn in seinem Umfeld abweichende Druckverhältnisse herrschen. Der Turbolader muss saubere Luft aus dem Luftfilter ansaugen. Ist dieser blockiert oder stark zugesetzt, entsteht ein Unterdruck an der Frischluftseite. Durch diesen Unterdruck saugt der Turbolader nicht nur Luft aus dem zugesetzten Filter, sondern auch Öl aus dem Lagergehäuse des Turboladers. So entsteht ein einseitiger Ölaustritt an der Verdichterseite.

Gerade bei älteren Fahrzeugen ist oft die Frischluftstrecke vom Turbolader bis zum Motor nicht mehr druckdicht. Auch dies führt dazu, dass die Druckverhältnisse nicht mehr stimmen, was zu Ölaustritt auf der Verdichterseite führen kann. Hier sollten alle Schläuche geprüft und deren Übergänge abgedrückt werden. Bei Bedarf müssen die Schellen nachgezogen und die Schläuche ausgetauscht werden.

Ist auf beiden Seiten ein Ölaustritt sichtbar, ist meist eine zugesetzte Rücklaufleitung die Ursache. Der Grund dafür kann ein zu hoher Ölstand, aber auch eine verschlossene Kurbelgehäuseentlüftung sein. Das Öl sucht sich dann Wege aus dem Lagergehäuse und tritt beidseitig aus dem Lader aus.

Weitere Anzeichen für einen Ölaustritt sind beispielsweise blauer Rauch aus der Abgasanlage, Motoröl im Ansaugtrakt und Ladeluftkühler, Leistungsverluste des Motors, unkontrollierte Überdrehzahlen und verkokte Leitschaufeln in einem VTG-Turbolader.

Verkokungen und Ablagerungen innerhalb der Rücklaufleitungen führen zu Öl-/Schlammablagerungen innerhalb der Rücklaufleitung.

Ölzulaufleitung immer erneuern beim Lader-Wechsel

Wer zwar den Turbolader fachgerecht wechselt, aber die Ölzulaufleitung nicht erneuert, hat den Job trotzdem nicht komplett gemacht und riskiert, die Arbeit bald wiederholen zu müssen. Da Ölzulaufleitung nah am Turbolader und anderen heissen Teilen vorbeiführt, sind Verkokungen in der Leitung sehr wahrscheinlich, zumal eine solch verenge Leitung auch der tatsächliche Grund für den Turboladerausfall sein kann. Die alte Leitung wird dann oftmals mit Bremsenreiniger und Druckluft gesäubert, was jedoch Verkokungen nicht wirklich beseitigen kann. Mit dem Tausch der Zulaufleitung beseitigt man deshalb eine grosse Gefahrenquelle für spätere Garantie-Arbeiten.

Verunreinigtes Öl im Turbolader

Verunreinigtes Öl kann ebenfalls Beschädigungen am Turbolader verursachen. Kleinste Partikel wie Schmutz, Russ, Kraftstoff, Wasser, Verbrennungsrückstände oder Metallabrieb können das Öl verunreinigen. In der Folge führt das kontaminierte Schmieröl zu Riefenbildung an den Wellenzapfen und der Lagerung. Darüber hinaus können sich Ölbohrungen und Abdichtungen zusetzen, was hohe Ölverluste verursacht. Es ist daher wichtig, die Wartungsintervalle gemäss der Herstellerangaben einzuhalten. Viele Hersteller empfehlen beim Austausch des Turboladers grundsätzlich eine neue Ölzulaufleitung, einen Ladeluftkühler sowie einen neuen Luftfilter zu verbauen – und selbstverständlich anschliessend das Öl zu wechseln.

Verunreinigungen im Öl verursachen Reibung und übermässigen Materialabrieb an der Welle.

Eintritt von Fremdkörpern im Turbolader

Treten durch die Ansaugseite- oder Abgasseite Fremdkörper, wie Staub, Sand, Schrauben, Teile von Kolbenringen oder Ventilen und Ablagerungen ein, führt dies durch die hohen Drehzahlen meist zum Totalausfall des Turboladers. Denn die Fremdkörper, welche beispielsweise über einen defekten Luftfilter in den Turbolader gelangen, wirken bei den enormen Drehzahlen der Turbinen- und Verdichterräder wie Geschosse. Die Unwucht, welche sich aus solchen Einschlägen ergibt, kann die Lagerung des Turboladers beschädigen.

Aber auch Schäden am Ladeluftkühler können die Folge des Eintritts von Fremdkörpern sein. Um solche Schäden zu vermeiden, sollte auch die Dichtheit des Ansaugtraktes kontrolliert werden. Der regelmässige Wechsel des Luftfilters nach Herstellervorgabe und das Reinigen des Luftfiltergehäuses sowie der Ladestrecke durch Aussaugen gehören deshalb unbedingt zur Servicearbeit bei einem Fahrzeug mit Turbolader.

Zu hohe Abgastemperaturen

Zu hohe Abgastemperaturen gehören ebenfalls zu den Ausfallgründen eines Turbos. Jeder Turbolader ist nämlich nur für einen definierten Temperaturbereich ausgelegt. Wird dieser Bereich überschritten, droht schon nach wenigen Sekunden der Ausfall. Auswirkungen von zu hohen Abgastemperaturen wären unter anderem Risse im Gehäuse des Turboladers oder verkokte Ölleitungen. Die Gründe für zu hohe Abgastemperaturen können beim zu heiss abgestellten Motor, Verbrennungsstörungen oder einem Chiptuning gefunden werden. Um solche Schäden zu vermeiden, soll der Motor nach einer hohen Beanspruchung unter moderaten Drehzahlen «kalt» gefahren werden.

Überdrehschaden am Turbolader

Die Bauteile eines Turboladers sind für ein bestimmtes Drehzahlspektrum konstruiert.  Sind die Drehzahlen höher – etwa durch einen veränderten Ladedruck – besteht die Gefahr, dass das Verdichterrad am Gehäuse anläuft oder das es auseinanderbricht.

Auch kleine Dellen auf dem Verdichterrad sind Anzeichen für das Überdrehen des Laders. Denn das Material verformt sich plastisch bei der Überdrehzahl durch die hohen Zentrifugalkräfte. Der Aussendurchmesser vergrössert sich, bis das Rad anläuft oder auseinanderbricht.

Neben Chiptuning mit erhöhten Ladedrücken sind unter anderem Verkokungen, welche die VTG-Luftleitbleche in der Stellung für niedrige Drehzahlen blockieren, die Ursache. Auch die pneumatische oder elektrische Regelung kann defekt oder undicht sein. Um solche Schäden zu vermeiden, wird geraten, den Motor nach einer hohen Beanspruchung unter moderaten Drehzahlen kalt zu fahren.

Fazit

Bei einem ausgefallenen Turbolader ist der Turbo selbst in den seltensten Fällen die Ausfallursache. Meist sind es Veränderungen in einem Umfeld, die den Lader beeinflussen und als Resultat ausfallen lassen. Wer seinem Turbolader ein langes Leben schenken will, der sollte auf einen regelmässigen Ölwechsel mit Filter sowie Luftfilter Wert legen. Gerade bei älteren Fahrzeugen mit höherer Laufleistung sollte die Verdichterseite im Rahmen einer grösseren Wartung abgedrückt werden, um sicherzustellen, dass diese noch immer dicht ist. Bei Kurzstrecken-Fahrzeugen sollte mindestens jährlich das Öl gewechselt werden, um Verklumpungen zu vermeiden.

Ist der Lader defekt und muss ausgetauscht werden, ist neben sauberem Arbeiten vor allem der vollständige Austausch der Ölzulaufleitung sowie der Luftschläuche und des Ladeluftkühlers wichtig, sollte das Verdichterrad am Gehäuse geschliffen haben – ansonsten droht nach dem Turbo-Schaden ein kapitaler Motorschaden. 

Alles für den erfolgreichen Turbolader-Tausch jetzt im Leitfaden erfahren:

Einfach und schnell: Ferndiagnose über h-RDx

Einfach und schnell: Ferndiagnose über h-RDx

Mit der Remote-Diagnose-Lösung h-RDx hat die hostettler autotechnik ag im Herbst 2021 die erste eigene Lösung zur Ferndiagnose in der Schweiz eingeführt. Seither hat sich der Service etabliert und die Tickets werden durch verschiedene Operators im In- und Ausland, sowie punktuell durch das hostettler-Team bearbeitet. Entstanden ist ein Netzwerk aus Spezialisten, auf welches die Garagisten im Bedarfsfall zugreifen können.

Die Ferndiagnose-Lösung h-RDx kommt immer dort zum Einsatz, wo der passende Tester oder die Erfahrung fehlt. Zahlreiche und oft erfolglose Versuche mit diversen Geräten können vermieden werden. Die Anfahrts- und Wartezeit bei der Markenwerkstatt und die damit verbundenen Kosten entfallen ebenso.

Einsatzzweck von h-RDx

h-RDx eignet sich zum Beispiel für die Programmierung von Steuergeräten und Schlüsseln. Ein typischer Anwendungsfall ist die Nachrüstung einer Anhängekupplung, welche oft in diversen Steuergeräten codiert werden muss. Aber auch für komplexe Diagnosearbeiten oder einfache Service-Rückstellungen ist die Lösung optimal. Carrosserie-Betriebe nutzen h-RDx oft zum Codieren von Modulen, welche nach einem Unfallschaden ersetzt wurden. Neu wird auch der Diagnose-Support des JAC-Händlernetzes über h-RDx abgewickelt.

Nachdem h-RDx verbunden ist, wählt man im Produktkatalog die gewünschte Dienstleistung aus.

So einfach funktioniert h-RDx

Um den Service zu nutzen, muss die h-RDx-Schnittstelle mit dem Internet und der OBD-Schnittstelle des Fahrzeugs verbunden werden. Anschliessend kümmern sich externe Diagnose-Spezialisten, sogenannte Operators, um den Rest. Sie greifen für diesen Service auf eine Vielzahl an Original- und Aftermarket-Testgeräten zu. Begleitet wird der ganze Prozess mit einer Chat-Funktion.

Hier geht’s zum Erklärvideo mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Das TechCenter in Buttisholz überwacht und supportet die laufenden Fälle.

Wichtig: Für die einwandfreie Funktion ist eine stabile Internetverbindung mit einer Ping-Rate (Antwortzeit) von 15–35 ms notwendig. Bei aufwändigen Programmierungen empfiehlt sich die Verbindung über ein LAN-Kabel, da es über WLAN zu ungewünschten Unterbrechungen kommen kann. Weiter ist das Fahrzeug mit einem leistungsstarken Flash-Ladegerät mit mindestens 50 Ampere zu verbinden. Zum Beispiel das F150 von Lemania.

Ticket und Support

Auf der webbasierten Anwendung unter hrd.obd.help wählt der Garagist im Produktkatalog das entsprechende Fahrzeugmodell und die gewünschte Diagnose-Dienstleistung. Danach wird ein Ticket erstellt und an einen Operator zugewiesen. Die Kommunikation erfolgt immer über den Chat und wird mittels einem Online-Übersetzungstool in die gewünschte Sprache übersetzt. Das Team des TechCenters in Buttisholz überwacht die Tickets und leistet bei Bedarf proaktiven Support. Es besteht auch die Möglichkeit ein freies Ticket zu wählen. So können auch Supportdienstleistungen angefragt werden, welche noch nicht im Produktkatalog vorhanden sind oder man bekommt Diagnose-Support bei einem noch nicht genau lokalisierten Problem. Im Chat kann in solchen Fällen dem Operator die möglichst klare Aufgabenstellung übermittelt werden. Wichtig ist, dass sich die Garage während dem ganzen Support-Prozess aktiv zur Verfügung hält und wenn nötig jeden Schritt (bspw. Zündung ein/aus) im Chat bestätigt.

Für Konzeptpartner von Autofit oder autopro Technik ist eine h-RDx-Schnittstelle im Leistungsumfang inbegriffen.

Teilweise Einwilligung notwendig

Bei Programmierungen von diebstahl- und sicherheitsrelevanten Bauteilen, wie Schlüsseln und Wegfahrsperren ist eine schriftliche Einwilligung vom Fahrzeughalter notwendig. Dies ist nötig, da in der Schweiz keine SERMI-Zertifizierung möglich ist. Das unterzeichnete Formular und die auf dem Formular vermerkten Fotos müssen per E-Mail übermittelt werden, damit der Support durch das TechCenter oder einen zuständigen Operator möglich ist. Das Formular ist in Kürze als Download verfügbar.

Im Video wird der Vorgang nochmals veranschaulicht:
www.autotechnik.ch/de/video-h-rdx

Weitere Informationen zu h-RDx, Downloads und Kontakt zum TechCenter:
www.autotechnik.ch/de/dienstleistungen/diagnose-remote-diagnose