Live-Blog aus Montreal

Jetzt in Montreal: Hochvolt Intensivtraining mit unserem Schulungspartner Autef, unseren Technikern und Kursteilnehmenden. Sie konnten sich keinen Platz ergattern? Kein Problem. Sind Sie mit unserem Live-Blog aus Montreal hautnah dabei und erfahren Sie mehr über das spannende Hochvolt Intensivtraining.

Vom 18. September bis am 2. Oktober 2023 findet an der école des métiers de l’équipement motorisés in Montreal (Kanada) für jeweils eine Woche unser Hochvolt Intensivtraining mit unserem Schulungspartner Autef statt. Die Kursteilnehmenden erhalten einen Einblick in eine viel offenere Werkstatt- und damit verbunden auch Ausbildungslandschaft – und profitieren so von möglichst viel Praxiserfahrung in der Diagnose und Reparatur von Hochvoltsysteme.

Mit unserem Live-Blog aus Montreal sind auch Sie hautnah dabei.

Kursteilnehmende Hochvolt Intensivtraining Montreal
Kursteilnehmende Hochvolt Intensivtraining Montreal

Tag 1

Heute erzählt unser Teilnehmer Dominic Lack, von der Lack Autotechnik in Gunzgen, was er für sich und seine tägliche Arbeit in der Werkstatt mitgenommen hat:

«Ich bin erstaunt, dass die Schule die Kursteilnehmer motiviert, ihr Mindset zu öffnen. Uns freien Garagisten werden verschiedene Lösungsansätze präsentiert, wie z. B. Technikportale, Reparaturmethoden und Anwendung der HV-Werkzeuge, damit die Elektrofahrzeuge gemäss den Herstellerangaben gewartet und diagnostiziert werden können.

Dominic Lack, Lack Autotechnik in Gunzgen

Für den weiteren Kursverlauf freue ich mich besonders, tiefer in die Batteriediagnose- und Wartung hineinzublicken sowie den weiteren Einsatz von verschiedenen Diagnosegeräten zu erhalten».

Einblicke vom ersten Tag


Tag 2

Heute erzählt uns Teilnehmer Martin Burkhardt von der Garage Burkhardt in Gondiswil, was er für sich und seine tägliche Arbeit in der Werkstatt mitgenommen hat:

«Die Bedeutung der Wartung an HV-Fahrzeugen gegenüber von ICE (Internal Combustion Engine)-Fahrzeugen nimmt einen besonders grossen Stellenwert ein. Auch bei vermeintlich einfachen Wartungsarbeiten ist es dringend notwendig, die Herstellerangaben zu beachten. Wir haben heute sogar gelernt, dass es manchmal notwendig ist, die Wartungsintervalle der Fahrzeughersteller zu verkürzen, damit der Kunde keine vorzeitigen Schäden an seinem Fahrzeug erleidet.

Wir erhalten diese Woche die Gelegenheit einen Garagenbetrieb hier in Montreal zu besuchen, der sich erfolgreich nur auf HV-Fahrzeuge ausgerichtet hat. Ich bin gespannt, ob mir dieser Besuch aufzeigen wird, dass ich auch mit meinem Betrieb mit der notwendigen Ausbildung und Ausrüstung in eine gesicherte Zukunft sehen kann».

Einblicke vom zweiten Tag


Tag 3

Heute erzählen unsere Teilnehmer Christian Hocher von der Garage Hocher GmbH in Geiss und Markus Schwendimann von der SIAG Automobile AG in Sursee, was sie für sich und ihre tägliche Arbeit in der Werkstatt mitgenommen haben.

Christian Hocher: «Ich war positiv überrascht zu sehen, wie viele Wartungs- und Reparaturarbeiten am Model 3 durchgeführt werden können, ohne dass wir als freie Garagisten grosse Investitionen in die Ausrüstung tätigen müssen. Hier in Montreal konnte ich mir das notwendige Know-how und die Sicherheit aneignen, so dass ich in Zukunft solche Fahrzeuge in der Werkstatt annehmen werde.»

Markus Schwendimann: «Beeindruckt hat mich der Besuch der freien Werkstatt hier in Montreal. Dass es möglich ist, einen Betrieb wirtschaftlich erfolgreich zu führen und dies nur mit elektrischen Fahrzeugen, hätte ich nicht gedacht. Ich habe festgestellt, dass die Einrichtung meiner Werkstatt im Vergleich mit dieser von Montreal locker mithält und ich breit für diese Herausforderung bin.»

Einblicke vom dritten Tag


Tag 4

Heute erzählt unser Teilnehmer Jörg Appenzeller von der Firma Auto Kunz AG in Wohlen, was er für sich und seine tägliche Arbeit in der Werkstatt mitgenommen hat.

«Wir durften heute einen kanadischen Feueralarm erleben und mitmachen. Zum Glück war es nur ein Probealarm, trotzdem haben alle sehr ruhig und effizient das Gebäude verlassen. Dies kann man gleich auch auf die Hochvolt-Technik adaptieren. Ruhig, gelassen und trotzdem effizient an die Fehlersuche herangehen, genau wie beim Feueralarm. Den Defekt am Kia Soul haben wir schnell gefunden, doch das anschliessend voreilige herangehen, hätte einen gravierenden Defekt hervorgerufen.

Probealarm der kanadischen Feuerwehr

Die Vernetzung und das Verständnis der Systeme genauso wie die Grundlagen finde ich einen bedeutungsvollen Punkt. Deshalb müssen wir uns stetig weiterbilden. Auch bezogen auf die neuen Marken wie zum Beispiel JAC. Es reicht meiner Meinung nach nicht mehr, nur die Herstellerunterlagen zu kennen und zu studieren. Wir benötigen weitaus mehr Kenntnisse über das ganze Hochvoltsystem, als man in einem oder zwei Tage lernen kann.

Ich freue mich enorm auf den morgigen Kurstag, bei welchem wir das Balancieren der HV Batterie und das Management genauer studieren».

Einblicke vom vierten Tag


Tag 5

Heute erzählen unsere Teilnehmer Martin Gerber von der Firma Gerber Utzigen AG in Utzigen und Patric Zahner von der Garage Zahner AG in Rufi, was sie für sich und ihre tägliche Arbeit in der Werkstatt mitgenommen haben.

«Martin Gerber: Es ist mir in dieser Woche bewusst geworden, dass wir gewisse Vorgehensweisen komplett neu lernen müssen. Die Diagnose eines HV-Systems unterscheidet sich wesentlich zum 12V System. Spannungsabfallmessungen, welche am 12V System geläufig sind, sind nun bei einem HV-System nicht zulässig. Diese differenzierten Vorgehensweisen müssen bereits jetzt in der Grundbildung verankert werden, damit die Mechaniker von heute bereit für die Reparaturen von morgen sind.»

«Patric Zahner: Mit dem Ausbalancieren von Batteriezellen hatte ich bis jetzt noch keine Berührungspunkte. Es hat mich beeindruckt, zu sehen, wie komplex diese Arbeit ist. Dennoch denke ich, dass es möglich ist, mit dem richtigen Know-how, Unterlagen und Werkstatteinrichtung solche Arbeiten durchzuführen. Ich bin gespannt, wie sich hier die Zukunft entwickelt und welche Unterschiede es zwischen der Vorgehensweise unseres Herstellers und des freien Marktes geben wird.

Auch als Markenvertretung hat sich diese Schulung sehr gelohnt, der Blick über den Tellerrand hat uns aufgezeigt, dass wir mit der richtigen Einstellung und Ausrüstung gewappnet für die Zukunft sind. Der Austausch unter den Teilnehmern hat für alle einen unschätzbaren Mehrwert gebracht und hat auch zum Erfolg dieser Reise beigetragen.»

Einblicke vom fünften Tag


Erfolgreicher Abschluss der ersten Gruppe

Nach fünf Tagen HV Intensivtraining hier in Montreal ziehen unsere Teilnehmer ein sehr positives Resümee. Einige der Teilnehmer wurden vor der Reise gefragt, warum sie nach Kanada reisen müssen, um einen Kurs über Elektrofahrzeuge zu besuchen. Diese Frage lässt sich mit einem Wort beantwortet und zeigt auch, warum alle Teilnehmer von dieser Schulung begeistert waren. Nämlich: die Erfahrung.

Erfolgreicher Abschluss der ersten Gruppe

Die Fahrzeuge hier in Kanada sind extremen Bedingungen ausgesetzt: Temperaturen, Salz, schlechten Strassenverhältnissen etc. Diese Bedingungen und die Tatsache, dass der Fuhrpark an Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben bereits sehr gross ist, hat zu vielen Kundenbeanstandungen, Fahrzeugreparaturen und somit Erfahrungen geführt.

Diese Erfahrungen konnte unser Kursleiter Nicolas Piquet sehr professionell vermitteln, er verstand es auf die Bedürfnisse der Kursteilnehmer einzugehen. Auch einmal vom normalen Fahrplan abzuweichen, um eine spezifische Frage zu beantworten, war für ihn selbstverständlich. Mit einer perfekten Mischung aus Theorie und Praxis an den Fahrzeugen, bei denen Nicolas sein enormes Fachwissen und seine Leidenschaft für dieses Thema einfliessen liess, ist es ihm immer wieder gelungen, bei den Teilnehmern ein Aha-Erlebnis auszulösen.

Auch der Austausch unter den Kursteilnehmern war ein grosser Mehrwert dieser Reise. Nach fünf Tagen waren wir eine eingespielte Truppe, die sich bestens verstand. So verbrachte die ganze Klasse den freien Samstag gemeinsam, natürlich wurde dabei nicht nur vom Elektrofahrzeug gesprochen. Alle waren sich einig, dass es sicher nicht das letzte Mal war, dass diese Runde so zusammenkommen wird.

Die Reise nach Kanada hat sich also definitiv gelohnt. Wir fühlen uns nun bereit diese Herausforderung anzunehmen, denn auch hier in der Schweiz sind unsere Fahrzeuge nicht immer den einfachsten Bedingungen ausgesetzt.

Vielen Dank an alle, die diesen Kurs möglich gemacht haben.